Ponto-zerebelläre Hypoplasien sind ZNS-Entwicklungsstörung mit hoher Letalität. Wir analysieren folgende Subtypen: PCH2A (MIM #277470), PCH2B (MIM #612389), PCH2C (MIM #612390) und PCH4 (MIM #225753).
Pränatal: bei PCH2 i.d.R. unauffällig, evtl. im 3. Trimenon beginnende Mikrozephalie; bei PCH4 gehäuft Mikrozephalie, Arthrogrygposis multiplex congenita (AMC), Polyhydramnion.
Postnatal: Bei PCH2 progrediente Mikrozephalie, Rumpfhypotonie mit klonischen bzw. choreatiformen Bewegungsstörungen inkl. orofaziale Automatismen. Bild eines zittrigen Säuglings. Im weiteren Verlauf Gedeihstörung bei Trink- und Schluckschwäche, Epilepsie, schwere motorische und geistige Retardierung ohne sinnvollen Handgebrauch, zentrale Sehstörung ohne dauerhaften Blickkontakt, fragliche Neigung zu maligner Hyperthermie (infektbedingt, postoperativ). Maßnahmen: Magensonde, Schlaflabor zur Erkennung von Schlafapnoen. Überleben bis in 1./2. Dekade.
Bei PCH4 häufig beatmungspflichter Neonat, früher Tod infolge respiratorische Komplikationen. Inzidenz: unbekannt.
Labor- und apparative Diagnostik: Chromosomenanalyse, CK, Laktat, Transferrin- Isoelektrofokussierung, kranialer Ultraschall bzw. MRT, welches wegweisend ist.
Optikusatrophie oder Retinopathie, ausgeprägte Gyrierungsstörungen, dauerhaft und stark erhöhte CK, ausgeprägte Vermishypoplasie sprechen gegen PCH2 oder PCH4.
Andere PCH-Typen (1-6), X-chromosomale PCH, CDG-Syndrom, kongenitale Muskeldystrophien (muscle-eye-brain disease), Lissencephalien, maternaler Akohol-Konsum.
Genetisch heterogene Erkrankungen des tRNA-splicing Endonuklease Enzymkomplexes. Biallelische Mutationen in den Genen TSEN54 (MIM *608755), TSEN34 (MIM *608754) bzw. TSEN2 (MIM *608753).
Autosomal-rezessiv.
Selbsthilfe im deutschsprachigen Raum
Frau Dr. Birgit Budde, Cologne Centre for Genomics, Köln
Direkte Sequenzierung aller kodierenden Exone und angrenzenden splice sites.
Mutationssuche im TSEN54-, TSEN34-, TSEN2-Gen bei V. a. Pontocerebelläre Hypoplasie, humangenetisches Gutachten.
Bitte rechts oben auf dem weiß-roten Ü-Schein in das Feld „Kennziffer” die Nummer „32010” eintragen. Humangenetische Leistungen belasten nicht das Laborbudget des Einsenders.
EDTA-Blut (5-10 ml) oder genomische DNA (≥1 µg).
Variabel, ~4 Wochen pro Gen, falls erforderlich (Pränataldiagnostik) schneller.
Dr. Nadine Reintjes (Tel: 0221-478-86829, Email:
)
Dr. Raoul Heller (Tel.: 0221-478-86832; Email:
)
Unseren molekulardiagnostischen Anforderungsbogen finden Sie hier...
Ungeklärte Diagnose/ Schwangerschaftsabbruch in Familie mit weiterem Kinderwunsch? ==> Den Eltern bitte DNA-Asservierung und ggf. kinderpathologische Untersuchung nahe legen!
Einverständnisformulare: kritischer Zustand / verstorben